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Ultramontanismus

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Ultramontanismus Artikel

Ultramontanismus (von lat. ultra montes, jenseits der Berge, also aus Rom) ist die Nennung für eine papsttreue und streng nachdem Vatikan orientierte Haltung.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Abitur-Training Religion /Ethik: Abitur-Training. Katholische Religion 1. Grundkurs Gute Zusammenfassung Klar gegliederte und auf das Wesentliche konzentrierte Darstellung des Unterrichtsstoffs. Mit einer Vielzahl von grundlegenden Textauszügen und prüfungsrelevanten Aufgaben. Beinhaltet folgende Themen: Gottesglaube - Atheismus, Jesus Christus: Weg - Wahrheit - Leben, Soziale Gerechtigkeit - Lebensprinzip der Gesellschaft. Den...

Zur Herausbildung des Begriffs in dem Mittelalter

Der Name geht auf das lateinische ultramontani zurück, einem in dem Mittelalter aufkommenden Sammelbegriff, der die in Italien dort lebenden deutschen Studenten, in Deutschland und Frankreich die Parteigänger des Papstes genannte.

Buch-Tipp: Allein gegen die Seelenfänger. Mein Kampf gegen die Psychosekte Ein selbstgeschaffenes Paradies auf Erden wird zur Hölle Als Kind kommt die Autorin zu einer Gruppe mit hohen Idealen und fantastischen Ideen. Die Mitglieder sind so begeistert, dass sie bereit sind alles loszulassen und zu verkaufen. Sie geben sich völlig hin, einschliesslich ihres Körpers und wollen gemeinsam ein Paradies auf Erden schaffen....

Die Entwicklung des Ultramontanismus vor 1870

Buch-Tipp: Auf dem Jakobsweg. Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela. sehr interessant zu lesen! zwar nicht eines seiner besten bücher aber doch interessant. zwischendrin stets wieder übungen die man mitmachen kann.

Frankreich

Ursprünglich wurde mit dem Begriff eher abwertend (z.B. 1763 von Johann Nikolaus von Hontheim) eine Strömung der katholischen Kirche des 18. Jahrhunderts genannt, die zuerst in Frankreich als Antwort auf den Gallikanismus und später den Bedeutungsverlust nach der Französischen Revolution entstanden war. Sie strebte an, den Vorrang des Papstes zu erhalten oder sogar zu verstärken und bekämpfte Aufklärung, Liberalismus und Protestantismus. In dem Lyoner Missionsverein arbeiteten Laien und Kleriker eng zusammen in dem Kampf gegen die revolutionäre Forderung nach Menschenrechten, Volkssouveränität und Nation, indem ihr ein universalistischer Ansatz entgegengesetzt wurde, der die "göttlichen Gesetze" über die des Staates stellte. In gewisser Hinsicht hatte die Schwächung der französischen katholischen Kirche durch die mit der Revolution einhergehende Säkularisierung die innerkatholische nationale Gegenmacht zu Rom vernichtet und damit dem Ultramontanismus den Weg erleichtert.

Buch-Tipp: Autobiographie eines Yogi Wunderschön ! Dieses Buch hat in mein Leben eingeschlagen! Vorallem deswegen weil die Worte Yoganadas für mich nicht lernen sondern eher erinnern waren. Vieles war aber auch sehr neu und absolut bereichernd. Dieses Werk beschreibt eine eigene Welt, eine tiefere Realität und andere Sicht der Realität. Einfach eine andere Stufe der Wahrnehmung....

Belgien

So nahm auch nach der belgischen Revolution von 1830 die Volksmission durch den katholischen Reveil stark zu. "Das dahinter stehende Konzept Absichtte auf die religiöse Erlösung der Gesellschaft und war getragen von romantischen Gedankengängen....(wie) Mittelaltersehnsucht und Papstverehrung." (Dr. Vincent Viaene, Leuven, auf der 16. Tagung des Schwerter Arbeitskreises Katholizismusforschung in dem November 2002)

Buch-Tipp: Bibel in gerechter Sprache Der Dorn, der die Gewohnheit stört. Selbst den ordinierten Theologen, zu denen auch ich gehöre, passiert es in dem Laufe der Jahre viel zu oft, daß sie aus der Gewohnheit heraus an einer einzigen Bibelübersetzung "kleben bleiben" und ca. noch diese für die tägliche Arbeit benutzen. Ich kenne leider keine Zahlen, aber mit ein wenig Kenntnis der...

Polen

Die Wiederbelebung frommer Traditionen nachdem Novemberaufstand 1830/31, ursprünglich aus dem Exil gesteuert, forcierte die Unterordnung des Klerus unter die Bischöfe und damit den Papst und wandte sich entschieden gegen die Gleichberechtigung anderer religiöser Gruppierungen. Damit war der Ultramontanismus auch ein wichtiger Motor bei der Ausbildung eines kirchenoffiziell getragenen Antisemitismus.

Buch-Tipp: Die Jakobus-Papiere meisterhaft! Mit Spannung habe ich nach der Ankündigung auf dieses Buch vom Altmeister Wallace gewartet und wurde nicht enttäuscht. Irving Wallace, der ja auch als König der Faktenrecherche bekannt ist, hat mit diesem Buch eine extrem spannende fiktive Verschwörungsgeschichte vorgelegt, die an Glaubhaftigkeit so ziemlich alles in den Schatten...

Deutschland

In Deutschland setzte der in dem 19. Jahrhundert erstarkende Ultramontanismus gegen den Reformkatholizismus die romkonforme Neubesetzung von Bischofsstühlen durch. Hierdurch kam als Gegenbewegung in der Zeit des Vormärz und der Märzrevolution 1848 eine Deutsch-katholische Bewegung in Gang. Der Ultramontanismus bildete nach 1815 eine geistig-politische Bewegung, die auf die Restauration der Macht des Vatikans und der katholischen Monarchien hinarbeitete und deren durch die Aufklärung, die Französische Revolution, die Napoleonischen Kriege und insbesondere durch die Ausbreitung bürgerlicher Lebensweisen und Denkweisen bedrohte Stellung zu festigen suchte. Die Verfechter des Ultramontanismus verlangten die Anerkennung des Papstes als höchste weltliche Autorität; sie postulierten das Recht seiner Einmischung in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens sowie in die inneren Angelegenheiten der Staaten. Diese Ansprüche führten zu Auseinandersetzungen zwischen Preußen und dem Vatikan (siehe Kölner Kirchenstreit), in denen die preußische Regierung den Standtpunkt einnahm, "die Religion soll die Weltlichkeit stützen, ohne dass sich die Weltlichkeit der Religion unterwirft". Die Anhänger des Ultramontanismus forderten für den Papst auch die letzte Entscheidungsbefugnis in den Fragen der Wissenschaft. Zusätzlich traten sie für die Vorherrschaft der katholischen Habsburger-Monarchie in Deutschland ein. Nach 1871 sammelten sich unter dem Banner des Ultramontanismus antipreußische, partikularistische und förderalistische Kräfte, die ihre ökonomischen Sonderinteressen durch die Reichseinigung und die Führung durch Preußen bedroht sahen.

Buch-Tipp: Die Kirche im Kopf. Von "Ach, Herrje!" bis "Zum Teufel!" Sehr vergnüglich Ein sehr vergnügliches Buch. Ideal als Nachtkästchenlektüre, da man das Ganze sehr gut peu à peu und querbeet lesen kann. Das Buch eignet sich vorzüglich auch als Geschenk zu Firmung oder Konfirmation.

Frömmigkeitspropaganda und nationalistische Polemik

Als Beweise für die Wahrheit der göttlichen Vorsehung, des Glaubens und der Kirche dienten der ultramontanen Mission insbesondere der Marienkult und die Popularisierung von Wallfahrtsorten wie Lourdes und der Reliquienverehrung, was einerseits Verzückung, andererseits wilde Proteste hervorrief.

So polarisierten sich die Positionen der mitteleuropäischen Gesellschaften, die vom Erstarken der Wissenschaft und Technik und damit der Aufklärung geprägt waren. Da sich die Protagonisten des liberalen Katholizismus eher elitär, aber die des Ultramontanismus eher sozial gaben, genoss diese Erweckungsbewegung in der nachrevolutionären Zeit und der Phase des beginnenden Kapitalismus durchaus eine gewisse Popularität.

Im Zeitalter des Nationalismus wurde der römisch-katholische universale Anspruch für unvereinbar mit der Sache des Vaterlandes gehalten. So wurde das Attribut ultramontan abschätzig für national unzuverlässige "vaterlandslose" Gesinnung benutzt.

Buch-Tipp: Die Neidgesellschaft. Warum wir anderen nichts gönnen So ist es! Ein sehr lesenswertes Buch! Der Autor hat sich sehr viele Gedanken zu dem Thema Neid und Missgunst gemacht. Man erfährt, woher diese Gefühle eigentlich kommen und wie das ganze entsteht. Es ist ein anspruchsvolles aber sehr gut geschriebenes und verständliches Buch, mit vielen Beispielen, die auch aus dem Leben schildern, warum wir auf...

Erstes Vatikanisches Konzil und Kulturkampf in dem Deutschen Reich

Einen Höhepunkt fand der Ultramontanismus 1870 in dem Ersten Vatikanum, das die Bedeutung des Papstamtes durch die päpstliche Unfehlbarkeit und sein universales Jurisdiktionsprimat außerordentlich steigerte und zur Abspaltung der Alt-Katholischen Kirchen in mehreren europäischen Ländern führte.

Im deutschen Kulturkampf kam es zu einem scharfen Konflikt zwischen dem Papst und Bismarck um die gesetzliche und kulturelle Souveränität des deutschen Reiches. Zeitweise siegten die Anti-Ultramontanen, aber schließlich erlangte das 1871 gegründete Zentrum eine so starke politische Basis, dass die meisten neuen zivilen Gesetze (Schulaufsicht, Priesterausbildung, Zivilehe) wieder abgeschafft oder immerhin stark gemildert wurden.

Buch-Tipp: Die Zukunft hat längst begonnen. Die Dritte Macht von 1945 bis zur Übernahme der Welt Bestes Buch zu dem Thema Flugscheiben Intelligente Entschlüsselung von Hinweisen in Büchern von Wilhelm Landig. Das beste Buch zu dem Thema! Obwohl es ein Sachbuch ist, mehr als spannend geschrieben. Wer das Thema zusätzlich in Romanform (spielt in dem Jahr 2010) erweitern will: "Die Macht aus dem Eis" bringt weitere Hinweise.

Vom Kulturkampf bis zu dem Ende des Zweiten Weltkriegs

Von Nationalsozialisten wird der Begriff Ultramontanismus generell als Negativbegriff für undeutsch unterschiedslos auf alle Katholiken angewandt.

Buch-Tipp: Katechismus der Katholischen Kirche. Kompendium Endlich wieder ein Frage-Antwort-Katechismus Es ist ausgezeichnet, daß der jetzige Papst einen weiteren Frage-Antwort-Katechismus herausgegeben hat, den er bereits als Cardinal zu erstellen begonnen hat. Besser verständlich für alle Schichten und Generationen, und präziser in der Formulierung sind allerdings zusätzlich die Katechismen aus der...

Ultramontanismus seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs

Seit 1950 ist das Wort außer in Fachkreisen aus der deutschen Sprache verschwunden, aber geistig-politisch wirkt der Ultramontanismus bis in die Gegenwart hinein. Hierzu zählt in gewisser Hinsicht die CDU als Nachfolgepartei des Zentrums, aber auch römisch-katholische Gewerkschaften und Arbeitnehmervereinigungen wie die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung , Studentenverbindungen (CV und KV), Jugendwerke und ähnliche Organisationen wie die Gemeinschaft Katholischer Soldaten (GKS) oder das Kolpingwerk.

Buch-Tipp: Mein Leben. Unerwartet fesselnde Autobiographie Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich mehr über Mahatma Gandhi und seine Philosophie des passiven Widerstands bzw. der Nichtkooperation erfahren wollte. Da dieses Buch ca. einen (gekürzten) Teil von Gandhis autobiographischem Material beinhaltet, bleiben für mich auch nach der Lektüre viele Fragen ungeklärt....

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